Unser kleiner, gelber Stern
Schauen Sie niemals mit einem Teleskop ungeschützt in die Sonne!
Zur Sonnenbeobachtung gibt es im Fachhandel entsprechendes Zubehör, welches eine gefahrlose Betrachtung ermöglicht. Ich habe mir zum besseren Auffinden der Sonne den Sonnensucher von ASToptics zugelegt. Der funktioniert gut und durch die Abbildung der Sonne auf einer Mattscheibe ist die Beobachtung ungefährlich.
Das Sonnensystem, unsere Heimat im Weltraum:
Wenn Sie von jemandem gefragt werden, wo Sie daheim sind, werden Sie vermutlich etwas wie "Berlin", "Hamburg", "München" oder "Hannover" antworten. Der patriotisch angehauchte Mitbürger mag auch mit ausholender Geste Deutschland benennen, während die wachsende Schar grenzübergreifend denkender Menschen sich gern als Europäer sehen. Wenn einer sich gar als Weltbürger bezeichnet schauen wir den betreffenden Zeitgenossen meist schon zweifelnd an.
Dabei bedeutet auch letzterer nur, dass er auf einer winzigen Kugel aus Gas und Staub lebt, die nicht einmal 0,001% der Masse ihres Sonnensystems ausmacht.
Angesichts dieser Winzigkeit und im Bewusstsein, dass es um uns herum viel mehr gibt, als Klein-Wümmede oder Großbritannien, sollten wir unseren Heimatbegriff vielleicht etwas ausdehnen...
Unser kleiner, gelber Stern:
Der einzige Stern, den wir aus der Nähe betrachten können, gerade lächerliche 150.000.000 km entfernt. Unser Heimatstern bietet uns einmalige Details, ist aber auch das gefährlichste Objekt am Himmel.
Sonnenfinsternis, die Letzte
Dafür, dass es die vermutlich letzte Sonnenfinsternis war, die ich in meinem Leben zu sehen bekomme, war es relativ unspektakulär. Denn die verbleibenden 14 %, die im Maximum von der Sonnenscheibe übrig blieben, haben immer noch gereicht, den Planeten praktisch taghell zu erleuchten. Die nächste Sonnenfinsternis werden wir hier 2081 haben, was selbst bei guter Pflege meiner selbst eher schwierig zu erreichen sein dürfte. Das Video aus dem Jahr 2081 ist natürlich ein KI-Fake, aber 55 Jahre an einem Ort stehen zu bleiben und zu warten, erinnert uns immerhin an wen? Richtig, an Marvin, den depressiven Roboter bei Douglas Adams.
Aber zurück zur Finsternis. Was zu bemerken war:
Die Farben wurden fahler und eine ganz seichte Abkühlung war spürbar, aber das war es auch schon an wahrnehmbaren Effekten. Dafür war der Himmel blendend klar, und mit passender Sofibrille war es sehr detailliert anzuschauen. Die maximale Bedeckung der Sonne war kurz vor Sonnenuntergang erreicht.
Bemerkenswert war der Andrang und dass die meisten Freunde der Sonne einen Riecher für ein gutes Plätzchen hatten. Ich hatte ursprünglich vor, zu unserem Haushügel zwischen Ahlem und Harenberg zu fahren, weil ich so naiv war anzunehmen, dass nur wenige Menschen auf die gleiche Idee gekommen seien. Als ich dort ankam, hatten dort wohl um die 500 Finsternishungrige ein regelrechtes Camp aufgeschlagen. Also habe ich mir hinter Döteberg ein Plätzchen mit freiem Blick nach Westen gesucht und den Abend in äußerst angenehmer Gesellschaft von 5 Mitbeobachtern verbracht.
Ich habe die Finsternis mit meiner Alpha 65 und einem 16-mm-bis-300-mm-Zoom von Tamron festgehalten. Nicht, weil das ein besonders tolles Objektiv für diesen Zweck wäre, sondern weil es das einzige Objektiv ist, für das ich noch einen Weißlichtfilter mit Astrosolarfolie von Baader habe. Ohne den wäre das ganze Unterfangen auch nicht möglich gewesen. Der Filter schwächt das Sonnenlicht um den Faktor 1:100.000 ab. Das ist notwendig, denn sowohl die Kamera als auch unsere Augen sind nicht für direktes Sonnenlicht ausgelegt. Während die Kamera aber nur kaputt geht, besteht für die Augen die Gefahr schwerster Schäden bis hin zur Erblindung!
Übrigens: Kleiner Hinweis an die Lobbytante im Wirtschaftsministerium: Auch wenn Ihr tatsächlicher Arbeitgeber Sie im Auftrag beschäftigt, Gas zu verbrennen und Sie wissentlich den Klimawandel anzuheizen, gestatten Sie mir den Hinweis auf meinen ersten Satz: Wenn die Sonne selbst bei 86 % Bedeckung durch den Mond imstande ist, den Planeten taghell zu beleuchten, steckt in dem Ding eventuell mehr Energie, als wir jemals benötigen werden. Wir müssen sie nur vernünftig nutzen, was Sie gerade nicht tun.
2081
Sonnenflecken am 27.08.24
Die ersten Sonnenaufnahmen mit der 1200-KPF - Kamera von Bresser. Nich unbedingt Meisterwerke, aber trotzdem zeigen sie, dass auf unserem Muttergestirn derzeit einiges los ist.
Sonnenflecken 29.07. / 30.07.24
Astronomie um 14:21h am Nachmittag?
Und noch dazu mitten im Sommer?
Dafür muss man schon einen gehörigen Schatten haben, oder?
Oder Sonnenflecken im Visier haben!
Genau das habe ich seit längerer Zeit mal wieder getan und dabei definitiv keinen Schatten in der Nähe gehabt. Eigentlich wollte ich nur mal schauen, ob und wie gut meine SV-205- und meine Omegon-1200C-Kamera Sonne können? Hat funktioniert, wenn auch mit seichten Einschränkungen. Ich benutze Sonnenfilter aus Astro-Solar-Folie, sehe die Sonne also nur im Weißlicht. Das ist zum Sonnenflecken erkennen zwar optimal, hat aber zwei Nachteile: Erstens ist der Anblick ungefähr so spannend, wie ein Interview mit einer Blaualge und zweistens ist die Fokussierung extrem problematisch, denn wie stellt man eine weiße Fläche scharf? Geht am besten, wenn der Rand der Sonne zu sehen ist, dann klappt es recht gut.
Die Sonnenflecken erscheinen im Teleskop schwarz, weil ihre Temperatur um ca 1.500°C niedriger liegt, als die der restlichen Photosphäre und strahlen somit nur ca. 30% des nomalen Sonnenlichts ab. Damit ist es auch dort, für irdische Verhältnisse, ziemlich warm und die Regionen sind natürlich nicht schwarz. Sonnenflecken entstehen, ganz grob gesagt, aufgrund von Verzerrungen im Mangetfluss auf der Sonne. Bei der Entstehung durchstoßen Magnetfeldlinien die Sonnenoberfläche und bilden im Kern eine relativ kühle Zone, die Umbra, die auch am dunkelsten ist. Im Übergang zur Photosphäre, der Penumbra, steigen die Temperaturen wieder an. Die Anzahl der Sonnenflecken ist übrigens ein Maß für die Aktivität der Sonne. Der aktuelle Zustand der Sonne ist übrigens, stets recht aktuell auf der Seite von Anton Josef Mayer zu finden. Dort gibt es auch mehr zu Themen rund um die Sonnenflecken.
So, hier nun ein paar Aufnahmen der aktuellen Fleckengruppen.
Polarlichter über Hannover
Die Wirkung der Sonnenflecken, nämlich ein ausgemachter Sonnensturm, zeigt sich an diesem Herbstabend über Hannover. Und ich habe auch noch das Glück, in gut 100 Metern Höhe auf der Sternwarte am Lindener Berg zu sein. Ein besserer Beoachtungsort ist in Hannover wohl kaum zu erhaschen. Der Himmel über unserer Stadt schmückt sich an diesem Abend mit Polarlichtern, die sich aufgrund eines besonders starken Sonnensturms relativ weit nach Süden erstrecken. Die Aufnahmen sind mit meinem Motorala Smartphone entstanden.
Das Sonnenfinsternisschen 2025 in Hannover
Am 29.03.25 ist nicht nur Astronomietag, als Schnäppchen oben drauf gibts eine Sonnenfinsternis gratis und zur besten Sendezeit am Mittag dazu.
Okay, eine richtige Finsternis ist es bei uns in Europa auch nicht. In Hannover wird die Sonne mit einer Maximalbedeckung von 19% mal gerade so angeknabbert. Richtig Eindruck macht das Ereignis in Labrador, wo eine Bedeckung der Sonne durch den Mond von maximal 93% erreicht wird. Deshalb wird diese Finsternis auch als partiell bezeichnet, denn die Effekte einer totalen Finsternis treten nicht ein.
Bei uns in Hannover ist die Verdunkelung der Sonne kaum auszumachen und wer nichts davon wusste, hat vermutlich keinerlei Unterschied bemerkt.
Ich habe versucht, das Dingensdunkel zwischen dem Beginn um 11:25h bis zum Ende um kurz nach 13:00h, zu fotografieren. Sieht nicht so supertoll aus, aber immerhin...






